Pünktchen und Anton

Nach dem Roman von Erich Kästner
Jan. 2026
Regie: Daniela Allnoch, Michaela Brem, Julia Mach

Die Lücke zwischen arm und reich, eine ungewöhnliche Freundschaft und Intrigen… Alles kommt zusammen in Pünktchen und Anton, ausgelgt nach Erich Kästner für ein junges Publikum. Das ganze Stück funktionierte wunderbar ohne unnötige Längen – kurz, knackig und kompakt.

Die Lampenfieber-Regisseurinnen Daniela Allnoch, Michaela Brem und Julia Mach haben ein großartiges Stück auf die Bühne gebracht, das die Kunst Kästners, Figuren nahbar und nachvollziehbar zu machen, perfekt umsetzt. 

Pünktchen (eigentlich Luise) lebt in einer reichen Familie und müsste sich um Nichts Sorgen machen. Ihre Eltern sind aber kaum für sie da. Ihr Kindermädchen, Fräulein Andacht – in Doppelbesetzung gespielt von Sophia Fleischhacker und Luisa Taube mit einem wunderbaren komödiantischen Verständnis für die Figur – führt was ganz großes im Schilde und nutzt Pünktchen obendrauf noch dafür aus.

Pünkchtens neuem besten Freund Anton geht es ganz anders: Er kümmert sich um seine kranke Mutter, die beiden haben wenig Geld, stehen sich aber sehr nahe.

Die zwei Kinder bauen die Brücke zwischen arm und reich. Sie stehen füreinander ein und kommen Fräulein Andacht, die auf einmal einen Wohnungsplan von Pünktchens Familie zeichnet, so langsam auf die Schliche.

Emma Mest und Charlotte Feuchter als Pünktchen und Fanny Lenk und Valentin Aigner als Anton – sie spielen die Figuren voller Herzblut und auf dem ganzen Spektrum der Emotionen und Eigenschaften – mal frech, mal verletzlich, mal mutig. Und sie zeigen den jungen Zuschauerinnen und Zuschauern, wie echte Freundschaft aussehen kann. Das große Finale beinhaltet tanzende Polizisten, die gerechte Strafe für Fräulein Andacht, und natürlich ein Happy End. Belohnt mit einem großen Applaus.

Das Bühnenbau- und das Bühnenmalerei Team haben das Berlin der 30er Jahre hervorragend umgesetzt, mit Liebe zum Detail in den Gebäuden und den gegensätzlichen Zimmern von Pünktchen und Anton. Die beliebte Drehbühne, für viele Lampenfieber „Alumni“ ein großer Nostalgiefaktor, war wieder im Einsatz. Schnelle Szenenwechsel, schneller Umbau, begleitet durch Szenenapplaus, so wurde das Stück nur noch belebter.

Das Interesse von jungen Menschen aus Penzberg und Umgebung an der Lampenfieber-Gruppe ist erfreulicherweise enorm. Dabei ist ein großes Altersspektrum abgedeckt, von fünf bis 16 Jahren. Als Verein ist es herzerwärmend zu sehen, dass sich so viele Kinder und Jugendliche fürs Theaterspielen entscheiden.

Mit einer Gruppengröße von 28 Schauspielerinnen und Schauspielern wurden die Wochenenden doppelt besetzt. Alle sechs Aufführungen waren ausverkauft – und so dann auch die Zusatz-Termine. Konsequent waren außerdem viele Lacher aus dem Publikum, sowohl von den Erwachsenen als auch den kleinen Zuschauerinnen und Zuschauern. Die Lampenfieber-Truppe feiert wieder einen vollen Erfolg.

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