Haben wir nicht alle ein Geheimnis? Und was passiert, wenn es ans Licht kommt? Das ist eine der grundlegenden Frage des Stückes, „Das perfekte Geheimnis“ von Paolo Genovese, das Ramona Frick und Andrea Brandl in der Regie umgesetzt haben. Eine moderne Verwechslungskomödie, die den Nerv unserer Zeit trifft.
„Unsere Handys sind eine Blackbox“ – die Überlegung, die an dem einen Abend, an dem sich sieben Freunde treffen, immer wieder fällt. Also legen sie für einen Abend alles offen. Das Spiel ist einfach: Wenn ein Handy klingelt, muss der Besitzer oder die Besitzerin hingehen, beziehungsweise die Nachricht laut vorlesen…
Wie sich herausstellt, verbirgt jeder und jede manch dunkles Geheimnis. Affären, Grolle, geheime Partner kommen ans Licht – und wer weiß, welche Geheimnisse es noch gäbe, die nicht mal offenbart wurden.
Anstatt dass die Pärchen zusammenhalten, bilden sich eher zwei Fraktionen: die Frauen und die Männer – die sich gegenseitig untereinander beschützen, und sogar untereinander Handys tauschen, um eine Affäre zu verstecken.
Das Bühnenbild reflektiert die Modernität der Geschichte wunderbar – ein schickes, dunkelblaues Wohnzimmer, passend zu einem mittelständigen Pärchen, dazu außerdem echtes Essen, echte Gläser und echte Handys. So wurde das Stück nur noch greifbarer. Die Mondfinsternis, die in der verhängnisvollen Nacht stattfindet, wird inklusive Nachthimmel auf die Bühne projiziert und gibt dem Ganzen ein mystisches Element.
Mit 90 Minuten Länge und ohne Pause war die Inszenierung kurzweilig, und quasi in Echtzeit – ein ganzer, verhängnisvoller, Abend von vorne bis hinten. Mit Gesprächen, Diskussionen und Vorwürfen wie aus dem echten Leben gegriffen. Die Truppe bringt ein perfektes Beispiel, wie man einen Comedy-Film aus der heutigen Zeit auf der Bühne umsetzen kann, und zwar ganz ohne Steifheit.
Aus dem Publikum schallte wir nicht nur viel Gelächter, sondern hin und wieder ein „oooh“ oder „ahhh“ – die Zuschauerinnen und Zuschauer werden eben in ein pikantes Szenario geworfen, in dem alles möglich ist – schließlich wissen wir nie, was in der Blackbox „Smartphone“ steckt. Zum Schluss die Frage: wer ist jetzt wirklich Schuld – die Handys oder die Menschen? Und: sollten wir wirklich alles teilen? Die Antwort bleibt jedem selbst überlassen.
Belohnt wurden die acht Darstellerinnen und Darsteller jedenfalls mit lautem Applaus sowie Tickets, die schon vor der Premiere restlos ausverkauft waren – inklusive Zusatzvorführungen.